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Alt werden ja, Erstarrung nein: Seniorenleben in Bewegung

Was bewegt Senioren innerlich, was motiviert sie? Und was können sie davon ausleben? Neben diesen Fragen beschäftigen aktuelle Alterforschung auch Strategien, wie die Gesellschaft diesem Erleben am besten Rechnung tragen kann. Etwa, indem sie Bedingungen schafft, die maximales Wohlbefinden im Alter begünstigen. Weil Motivation Bewegtsein heißt, und das in doppelter Hinsicht, bilden körperliche Alltagsaktivität von Senioren und Wege aus der Isolation, aber auch eine Stadtplanung, die die Alltagsbedingungen für alte Menschen verbessert, prominente Schwerpunkte zahlreicher Projekte.

Sich bewegen, auch psychisch gesund bleiben

Wie aktiv sind deutsche Senioren wirklich? In Ermangelung belastbarer aktueller Zahlen entwickelte das Team um Dr. Timo Hinrichs, Ruhr-Universität Bochum, einen Fragebogen, nicht zuletzt mit dem Ziel, daraus Aktivierungsideen zu entwickeln: Erfasst wurde die körperliche Aktivität ab 70, die mehr ist, als Sport zu treiben. Wieviel Aktivität wird in den Alltag - mit Haushalt und Garten - eingebaut, welche Wege zu Fuß gemacht? Von den 1.800 Befragten trieben die Männer pro Woche eine Stunde und 45 Minuten Sport, die Frauen nur 70 Minuten, aber leisteten dafür um vier Stunden anstrengende Tätigkeiten wie Gartenarbeit oder Fensterputzen. Hinrichs folgende Studie trat an, die körperliche Aktivität Älterer zu steigern. Über 200 chronisch kranke, mobilitätseingeschränkte Senioren nahmen an einem durch Hausärzte und Sporttherapeuten begleiteten, zwölfwöchigen, individuellen Aktivitätsprogramm teil - mit Kraft-, Gleichgewichts- und Beweglichkeitsübungen und regelmäßigen Spaziergängen. Das Ergebnis: Nicht nur körperliche Funktionsfähigkeit, auch psychisches Wohlbefinden nahm zu. 

Die halbe Miete: Positive Einstellung zum Altwerden

Auch Professorin Dr. Susanne Wurm, Universität Erlangen-Nürnberg, rückt die Psyche älterer Menschen ins Zentrum, in dem sie "innere Motivation und Einstellung" als wesentlichen Faktor dafür sieht, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen von Erfolg gekrönt sind. Dabei kommt laut Wurm Projekten, die eine positivere Grundeinstellung und Sicht auf Älterwerden und die damit verbundenen Veränderungen im Alter vermitteln, entscheidende Bedeutung zu. Im Rahmen der PREFER-Studie diskutierten über 300 Frauen und Männer ab 64 im Deutschen Zentrum für Altersfragen Berlin ihre Vorstellungen vom Älterwerden in Gruppen - und entwickelten ihre oft sehr stereotypen Altersbilder in Richtung positiverer Einschätzungen weiter. Mehr noch, die Studienteilnehmer waren nachweislich auch sieben Monate später noch zu verstärkter körperlicher Aktivität motiviert (vgl. Publikation Wolff, Warner, Ziegelmann & Wurm). Fazit beider Studien: Natürlich ist es wichtig, wenn Senioren körperlich verstärkt aktiv sind, nur die Antwort auf die Frage nach der dafür individuell besten Methode bleibt die Forschung bislang schuldig (Link: http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/5311.php).

Aktivität, die mir guttut? Angebotsvielfalt - von 60 bis 100

Weil Senioren als Gruppe aus Individuen mit ganz eigener, auch (Bewegungs-)Geschichte bestehen, müssen sie als solche auch aktiv werden, um sich persönlich passende Angebote zu erschließen. Deren Vielfalt ist erstaunlich - das folgende Spektrum erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So finden sich im Ratgeber "Jung bleiben" des Deutschen Turnerbunds zahlreiche Anregungen, im Alter in Form zu bleiben (Link: http://www.dtb-online.de/portal/hauptnavigation/verband/service-fuer-mitglieder/ratgeber-gesundheit/jung-bleiben.html), aber auch auf der Internetseite www.in-form.de, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Sie gehören zur Gruppe der über 60-Jährigen? Das Zentrum für Bewegungsförderung Nordrhein-Westfalen, Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA), hat exakt Sie im Blick - und will mit einem Leitfaden zur Förderung aktiver Lebensstile im Alter (Link: https://www.lzg.nrw.de/_media/pdf/liga-praxis/liga-praxis_06_2010.pdf) zu mehr Bewegung anregen. Die Erkenntnis: Ältere Menschen würden sich mehr bewegen - es fehlt nur an ausreichenden Angeboten. Entsprechend appelliert der Leitfaden LIGA an in der Gesundheitsförderung Tätige - und enthält praktisch umsetzbare Anregungen. Falls Sie bereits zu den über 80-Jährigen zählen, wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass Ihre Bewegungsbedürfnisse- und -möglichkeiten mit Ü-60 andere waren. Für Sie entwickelt: Übungsprogramme wie "fit für 100" (Link: http://www.ff100.de/), die die Alltagskompetenz verbessern sollen. Treppen wieder selbstständig meistern? Kräftiger werden, Stürzen vorbeugen? Auch als Demenzkranker, gemeinsam mit pflegenden Angehörigen, lernen, Alltagshandlungen so lange wie möglich selbstständig zu verrichten (Projekt NADiA, Link http://www.kkel.de/fileadmin/user_upload/NADiA_Handzettel_Januar_2016.pdf)? Falls Sie an Veranstaltungen teilnehmen, die durch Physiotherapeuten, in Pflege- und Seniorenrichtungen oder in Seniorensportgruppen geleitet werden, könnten Sie - an mehr als 50 Standorten, auch über Nordrhein-Westfalen hinaus - in den Genuss kommen.

Senioren bewegen - und bewegen lassen!

Dass Lebensqualität im Alter neben körperlichem und psychischem Wohlbefinden viel mit Respekt, Teilhabe und solidarischem Miteinander zu tun hat, weiß die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. - und gibt älteren Menschen in Deutschland (als Dachverband von mehr als 100 Verbänden mit etwa 13 Millionen Senioren) eine Lobby. Zahlreiche Publikationen und Veranstaltungen möchten Wege für gesundes, kompetentes Altern aufzeigen, treten aber gleichzeitig für ein realistisches gesellschaftliches Altersbild ein, etwa beim alle drei Jahre stattfindenden Deutschen Seniorentag (Link: http://www.bagso.de/die-bagso.html). Aktives Miteinander haben sich auch gemeinnützige Vereine wie Wege aus der Einsamkeit e.V. (Link: http://www.wegeausdereinsamkeit.de) auf die Fahnen geschrieben. "Ein langes Leben soll Glück sein, keine Last!" lautet das Motto des Vereins, der Isolation, Krankheit und Altersarmut nicht nur thematisiert, sondern sich mit zahlreichen, auch kleineren spendenfinanzierten Projekten ehrenamtlich engagiert, die Situation älterer Menschen konkret und vor Ort zu verbessern. Allein an Weihnachten? Das muss nicht sein, findet der Hamburger Verein und sammelt auf seiner Webpräsenz weihnachtliche Angebote gegen die Einsamkeit. Oder sucht Mitstreiter, um alten Menschen einen Zoobesuch in Hagenbeck zu ermöglichen - gemeinsam mit Kindergartenkindern.

Gefordert: Stadtplanung, die Freude am Seniorenleben fördert

Rausgehen und aktiv weiter dabeisein und im öffentlichen Raum der Städte sichtbar bleiben, ist auch erklärtes Ziel von Ursula Münsterjohann. In Ihrer Publikation "Was bewegt alte Menschen in der Stadt? Gesundheitsförderung durch bewegungsfördernden Städtebau" (Link: http://www.muenster.de/~umj/bilder/was_bewegt.pdf) geht die Forscherin der Doppeldeutigkeit von Bewegtsein bzw. Motivation nach: Wie sieht eine Stadtplanung und Verkehrsplanung aus, die Senioren das ausleben lässt, was sie innerlich bewegt? Ihre These: Nicht nur organisiertes, vor allem auch spontanes, körperliches Bewegen im Alltag fördert Altengesundheit. Vorausgesetzt, kommunale Gesundheitsförderung verhilft Senioren in stärkerem Maße als bisher zur Selbstbestimmung über die eigene Gesundheit. Laut Münsterjohann erlangt "körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden" nur, wer seine Wünsche verwirklichen kann. Insofern ist Gesundheit nicht nur Sache des Gesundheitssektors, wie die OTTAWA Charta der Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation bereits 1986 formulierte, sondern muss Wohlbefinden umfassender fördern. Zum Beispiel, indem Stadtplanung bauliche Hindernisse abbaut und die Freude am Leben fördert, aber ohne "die Augen vor dem Elend zu verschließen" (vgl. Alternative Kommunalpolitik, 5/1988, S. 29). Bebauung sollte es ermöglichen, den eigenen Bedürfnissen von Körper, Geist, Seele und nach sozialen Kontakten nachzukommen, und zwar selbstbestimmt. Denn, so Münsterjohann, auch alte Menschen möchten Eigeninitiative entwickeln, aber stoßen auf Hindernisse.

Persönlich weiterentwickeln, obwohl der Radius kleiner wird 

Die Lösung? Eine bessere Infrastruktur von etwas, was Münsterjohann die "nahen Lebensorte" nennt - einschließlich Versorgungseinrichtungen, Möglichkeiten der Erholung und sozialen Netzen. Dabei besonders entscheidend: Täglich wiederkehrende Kontaktmöglichkeiten im Wohnviertel - schließlich wird unser räumlicher Radius im Alter kleiner. Aber auch dieser Radius muss es erlauben, sich körperlich, seelisch und sozial nach seinen Bedürfnissen bewegen zu können. Wie könnte eine passende Straßengestaltung aussehen? Vielleicht ist es eine, die es erlaubt, Schaufenster zu betrachten, etwas in der Handtasche zu suchen, sich auszuruhen, nachzudenken und zuzuschauen, Bekannte zu begrüßen etc. - also Platz zum Verweilen bietet. Statt Menschen lediglich als Konsumenten zu funktionalisieren. Denn das Bedürfnis, so die Forscherin, seine Persönlichkeit auszuleben, gar weiterzuentwicklen, hört mit dem Alter nicht einfach auf. Münsterjohanns Menschenbild kennt hier fünf Prinzipien - das Bedürfnis nach Sinnsuche und die Hoffnung auf Veränderung ist eines davon. Mit was für Motivationen, was für einem Erleben haben wir zu tun, wo das Leben fühlbar auf den Tod zuläuft? Gesellschaftliches Umdenken scheint gefragt: Vielleicht sollten wir aufhören, das Alter als fixierten Zustand abzuhaken, der mit der Rente oder dem Auszug unserer Kinder beginnt - und es stattdessen als Entwicklungsphase begreifen.

 

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